Elektronikversand mit durchwahlfähigem SIP-Provider
Einige SIP-Provider bieten durchwahlfähige Anschlüsse an, die sich somit analog zu ISDN-Anlagenanschlüssen verhalten. Im folgenden Szenario wird der Betrieb der IPTAM PBX an einem solchen SIP-DDI-Anschluss beschrieben. Neben IP-Telefonen und einem ATA zum Anschluss eines Fax-Gerätes kommt eine Warteschlange und Klingelgruppen zum Einsatz.
Szenario
Das Beispiel geht von einem Elektronikversand mit 17 Nebenstellen aus. Neben dem Büro mit einer Sekretärin, dem Chef und der Buchhaltung hat die Firma ein Großraumbüro mit fünf Arbeitsplätzen, die Anfragen zu Aufträgen bearbeiten (Hotline). Daneben gibt es die Bereiche „Lager“ und „Versand“ die räumlich weitläufig sind und mit mehreren Telefonen ausgestattet sind. Die Firma verfügt bisher über einen ISDN-Anlagenanschluss und migriert bei Einführung der IPTAM PBX zu einem Anlagenanschluss eines SIP-Providers (SIP-DDI).
Neben den eigenen direkten Durchwahlen soll es eine Warteschlange für die Anrufe an die Hotline geben. Dort können Anrufer Bestellungen aufgeben und sich nach dem Status Ihrer Aufträge erkundigen. Die Nebenstellen von „Lager“ und „Versand“ sind je Arbeitsbereich als Klingelgruppe realisiert, so dass die Erreichbarkeit in den großen Arealen besser sichergestellt wird.
Die Firma verfügt über einen Internet-Anschluss, der durch einen Router abgeschlossen wird. Dieser Router stellt auch die IP-Adressvergabe sicher (DHCP).
Das LAN der Firma hat die IP-Adresse 192.168.12.0 mit der Netzmaske 255.255.255.0 (auch als 192.168.12.0/24 geschrieben). Der Router vergibt Adressen aus dem Bereich 192.168.12.128 bis 192.168.12.254. Der Router selbst hat im LAN die Adresse 192.168.12.1. Die Firma besitzt einen Mailserver der die IP-Adresse 192.168.12.2 besitzt. Der Mailserver übernimmt außerdem die Aufgabe des DNS Servers für die Firma.
Planung für die IPTAM PBX
An allen Arbeitsplätzen werden IP-Telefone aufgestellt, die ihre IP-Adressen vom DHCP-Server im Router erhalten. Alternativ könnte bei den Arbeitsplätzen der Hotline auch Softphones mit einem Headset eingesetzt werden. Im Sekretariat wird ein Fax-Gerät über einen ATA (Analog-Terminal-Adapter) angeschlossen, dessen IP-Adresse ebenfalls dynamisch per DHCP vergeben wird. Der ATA unterstützt das T.38-Protokoll.
Die IPTAM PBX erhält eine feste IP-Adresse, die nicht im Bereich des vom DHCP-Server verwalteten Pools liegt: Hier wird 192.168.12.3 gewählt.
Umsetzung
Die Installation wird wie im Administrationshandbuch beschrieben durchgeführt. Die IP-Adresse wird dabei wie oben genannt gewählt. Als Namen der Telefonanlage wird "iptam-pbx.local" gewählt. Als Default-Gateway wird die Adresse des Routers verwendet. Der DNS-Server wird im Menü IP-Netzwerk>DNS eingetragen.
Bei der Konfiguration der Berechtigungsklassen werden zwei Klassen angelegt, weil die Telefone in Lager und Versand keine Auslandsgespräche führen und keine Mehrwertdienste anrufen dürfen. Anschließend werden die Nebenstellen eingerichtet. Dabei wird folgender Rufnummernplan verwendet:
Rufnummer
| Verwendung
| 0
| Durchwahl von außen zur Zentrale
| 10
| Sekretariat, hierhin wird die Zentrale geleitet
| 11
| Chef
| 12
| Buchhaltung
| 13
| Fax
| 14 bis 16
| Telefone im Lager
| 17 bis 19
| Telefone im Versand
| 20
| Hotline
| 28
| Gruppe "Lager"
| 29
| Gruppe "Versand"
| 91 bis 95
| Mitarbeiter Hotline
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Zunächst werden die Nebenstellen in der Telefonanlage eingerichtet, wobei die Zuordnung zu den beiden Berechtigungsklassen beachtet wird. Anschließend werden die Endgeräte passend konfiguriert und aufgestellt.
Nachdem die Telefone passend konfiguriert sind, werden zunächst interne Telefonate getestet.
Anschließend wird der SIP-Provider entsprechend der Administrationsanleitung eingerichtet und die Funktion getestet.
Einrichten Zentrale und Sekretariat
Die zentrale Rufnummer (Nebenstelle 0) der Firma soll von der Sekretärin entgegengenommen werden. Hierzu wird in der Einstellung für die Zentrale die Rufnummer 0 für die Erreichbarkeit von außen und die Weiterleitung auf die interne Nebenstelle 10 eingestellt. Anrufe an nicht eingerichtete Nebenstellen sollen ebenfalls an die Zentrale weitergeleitet werden.
Wenn die Sekretärin einen Anruf nicht entgegen nimmt, sollen die Gespräche in die Hotline geleitet werden. Dazu richtet die Sekretärin eine „Rufumleitung bei Nichterreichbarkeit“ ein. Anrufe außerhalb der Arbeitszeiten sollen auf Ihren Anrufbeantworter gelangen. Dazu richtet sie sich eine zeitabhängige permanente Rufumleitung auf die Voicemail ein.
Anrufe an die Buchhaltung und den Chef sollen gegebenenfalls auch von der Sekretärin angenommen werden („Pickup“). Dazu wird eine Übernahmegruppe eingerichtet, deren Teilnehmer der Chef, die Buchhaltung und die Sekretärin sind. Am Telefon der Sekretärin werden zwei Tasten zur Rufübernahme passend konfiguriert, so dass diese blinken, wenn Gespräche ankommen.
Hotline
Für den Betrieb der Hotline wird eine Warteschlange wie im Administrationshandbuch beschrieben eingerichtet. Die Warteschlange soll über die Durchwahl 20 erreicht werden. Da es bereits eine professionell erstellte Begrüßungs-Ansage aus dem Betrieb der alten Anlage gibt, wird diese als Datei in die Anlage eingespielt, statt sie neu aufzusprechen. Die Nebenstellen 91 bis 95 werden als Abfrageplätze der Warteschlange hinzugefügt. Da der Rufnummernbereich des SIP-Providers nur den Block 0 bis 29 umfasst, sind die Mitarbeiter der Hotline von extern nicht über ihre direkten Durchwahlen erreichbar. Bei abgehenden Gesprächen verwenden die Mitarbeiter die Rufnummernunterdrückung, die sie in den persönlichen Einstellungen der IPTAM PBX aktiviert haben.
Bereiche „Lager“ und „Versand“
Für die beiden Bereiche wird eine Klingelgruppe eingerichtet (siehe Administrationshandbuch).
Als Durchwahl von außen wird für die beiden Gruppen wie im Rufnummernplan vorgesehen die 28 und 29 gewählt. Als Teilnehmer der Gruppe werden die jeweils drei Telefone eingetragen.
Fax-Betrieb
Da sowohl der SIP-Provider als auch der verwendete ATA das Protokll T.38 unterstützen, ist ein Fax-Betrieb über das Internet möglich. Der ATA wird passend konfiguriert und in der Nähe des Fax-Gerätes installiert.
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